Die Besten Olivenöle 2018: Die OLIO Awards 2018

Zum 16. Mal hat Der Feinschmecker die besten Olivenöle der Welt gekürt. Die Favoriten in den Kategorien intensiv bis leicht-fruchtig begeistern mit ihrer Aromafülle. Schon pur auf Brot schmecken sie wunderbar. Als besonderen Service können Sie die Siegeröle Öle im Feinschmecker Shop bestellen.

Sieger Kategorie intensiv fruchtig

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  1. Platz: Az. Agr. De Carlo – Tenuta Arcamone DOP Terre di Bari Bitonto, Italien
  2. Platz: Az. Agr. Tommaso Masciantonio – Crognalegno, Italien
  3. Platz: Venchipa – Omed Picual, Spanien

Hier finden Sie eine Bestellmöglichkeit der intensiv fruchtigen Gewinner

Sieger Kategorie mittelfruchtig

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  1. Platz: Aceites Mirasol – Conde de Mirasol Hojiblanca, Spanien
  2. Platz: Villa Pontina – Villa Pontina DOP Colline Pontine, Italien
  3. Platz: Aceites Campoliva – Melgarejo Premium Hojiblanca, Spanien

Hier finden Sie eine Bestellmöglichkeit der mittelfruchtigen Gewinner

Sieger Kategorie leicht fruchtig

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  1. Platz: Soc. Agr. Fonte di Foiano – 1979, Italien
  2. Platz: Paolo Cassini – Extremum Monocultivar Taggiasca Gran Cru Colabella, Italien
  3. Platz: Madonna Delle Vittorie – Garda Dop Trentino, Italien

Hier finden Sie eine Bestellmöglichkeit der leicht fruchtigen Gewinner

Der Bericht ist in der Ausgabe Juni 2018 erschienen. Einzelhefte können Sie hier nachbestellen.


Siegeröle in der Kategorie intensiv fruchtig.

1. Platz: Az. Agr. De Carlo – Tenuta Arcamone DOP Terre di Bari Bitonto, Italien

Sieger der Kategorie intensiv-fruchtig ist das „Tenuta Arcamone“ mit dem Saverio und Grazia De Carlo samt ihren Kindern Marina und Francesco nebst Schwiegersohn Arturo 2016 den OLIO-Award für das beste mittelfruchtige Öl gewannen, strahlt in diesem Jahr möglicherweise noch heller, noch verführerischer als zuvor: Ein perfekt angestimmter Coratina-Kracher mit Noten von frisch geschnittenem Gras, Agrumen, grüner Banane, grünen Äpfeln und Birnen, am Gaumen kräutersatt (Zitronenthymian, Salbei, Eukalyptus) mit glockenhellem Mandel- und Artischockenbitter und einem tiefenscharfen, grünpfeffrig-chiligetöntem Finish, das minutenlang nachhallt. Perfekt zu handfesteren Rustikalitäten wie Wildschwein in dolceforte, einer a point gegarten Hirschleber oder einem mit Honig glasierten Wildkaninchen vom Grill.

2. Platz: Az. Agr. Tommaso Masciantonio – Crognalegno, Italien

An den Ausläufern des mächtigen Majella-Massivs, als Anrainer des „Parco nazionale della Majella“, eines Naturparks in den Abruzzen, Italien, mit ungewöhnlich reicher Flora und Fauna, bewirtschaftet Tommaso Masciantonio 14 Hektar Olivenhaine mit gut 5000 Bäumen. Seit Jahren finden sich seine Öle in unseren Bestenlisten wieder, das „Crognalegno“ (aus der gleichnamigen autochthonen Sorte) allerdings feiert in diesem Jahr mit einem OLIO-Award – bravo, bravissimo! – seine Premiere: Dieser „Neuling“ begeistert mit Noten von Artischocken, grünen bis reifen Mandeln und grüner Banane, moderatem Bitter und einer prononcierteren, fast vehementen Schärfe. Hier geht so Einiges: Wir kombinieren dieses hinreißende Öl mit einem Salat von rohen Pilzen, geben involtini vom Schwertfisch den letzten Schliff oder reinterpretieren den klassischen Tafelspitz (der Kren wird hier mehr als nur aufgepeppt).

3. Platz: Venchipa – Omed Picual, Spanien

Welcome back! Unter den OLIO-Award-Gewinnern, wohlgemerkt! Denn die Öle von Juan de Dios Garcia Molina aus Andalusien sind seit ihrem ersten Auftritt bei uns – ohne Unterbrechung! – immer unter den Besten vertreten gewesen. Aber dieses Picual … ist schon wieder Champions League, ein Öl vom Allerfeinsten, das mit einer „wilden“ Mischung von grasig-tomatigen Noten, Thymian, Salbei und Kamille, Artischocke, Feldsalat, Birne und Kiwi beeindruckt. Am Gaumen spielt es sich auch ganz locker in die Hall of Fame: schöne, dabei moderate Bitternoten und eine fast schon aromatisch-exotische Schärfe (Kampot-Pfeffer, rosa Pfeffer, ein Hauch Lemon Drop-Chili). Läuft in der Küche als gewisses Etwas zur klassischen Bouillabaisse oder, weniger klassisch zu confiertem Pulpo mit Blutwurst und geröstetem Pumpernickel zu Höchstform auf.

Hier finden Sie eine Bestellmöglichkeit der intensiv fruchtigen Gewinner


Siegeröle in der Kategorie mittelfruchtig

1. Platz: Aceites Mirasol – Conde de Mirasol Hojiblanca, Spanien

Sieger der Kategorie mittelfruchtig ist das Conde de Mirasol Hojiblanca aus Andalusien, Spanien. Mit dem dritten Wettbewerbsauftritt ein erster Preis – ¡felicidades! Das sortenreine Hojiblanca aus den Weltklasse-Lagen der Sierras Subbéticas um Córdoba, inspirierte die Jury zu entsprechenden Lobeshymnen: „heftiges Grün, brillant!“, „hinreißende balsamische Noten“, das „Zitronen-Basilikum-Schnittlauch-Wunder“ ist bei diesem „Öl des Tages“ Programm. In Sachen Bitterkeit und Schärfe leicht verräterisch (anfänglich sehr zurückhaltend, dann fast furios auftrumpfend) und doch absolut harmonisch: ein Fest! Perfekt zu Lamm oder Zicklein aus dem Ofen mit und ohne Mandelsauce.

2. Platz: Villa Pontina – Villa Pontina DOP Colline Pontine, Italien

Schwer zu entscheiden, was uns besser gefällt: Die pittoreske Tenuta Villa Pontina zu Füßen der Monti Lepini in der Region Latium, mit hinreißendem Blick bis zu den Pontinischen Inseln oder „Kräutergarten! Tomaten! Tiefe!“, das sortenreine Itrana, das von den Früchten der 1400 Bäume der Tenuta stammt. Die Entscheidung für Lorbeerkranz, Podium und OLIO-Award ist Gaumen- und Ehrensache. Das im Duft ausnehmend komplexe Öl (reife Tomaten, Tomatenlaub, Zitronenthymian, noch grüne Banane), wuchert am Gaumen mit ungemein „kräftigem“ Grün, einem muskulösem Bitter und ausgeprägter piccantezza („scharf, scharf“). Soviel Saft und Kraft verlangt nach aromatisch standfesten, sogar breitbeinigen Sparringspartnern. Unser Tipp: gegrilltes Secreto vom Ibérico-Schwein oder Pizzoccheri (Pasta in Tagliatelleform aus Buchweizenmehl) mit Mangold oder Stängelkohl und Bündnerfleisch.

 3. Platz: Aceites Campoliva – Melgarejo Premium Hojiblanca, Spanien

Nach einem Jahr ohne Beteiligung beim OLIO-Award, legt das andalusisches Familienunternehmen aus Pegalajar wieder entsprechend vor. Wo sonst allerdings das großartige Picual Auszeichnung nach Auszeichnung einfährt, punktet diesmal das sortenreine, smaragdgrünschimmernde Hojiblanca aus Andalusien, Spanien. Druckvoll-intensive, zitrisch „eingefärbte“ Kräuterfrische (Zitronenmelisse, Verveine, Zitronengras), Gras, Löwenzahnblätter und frische Minze, am Gaumen auch wieder ganz in Grün, ein langes, sehr langes, geradezu sinnlich bitteres Finish mit präziser, deutlich wärmender Schärfe (von weißem Pfeffer, Piment d’Espelette über Pimentón bis Chili ist alles vorhanden). Idealbesetzung für eine mehr oder weniger dramatisches Küchenstück mit fetterem Fisch in drei bis vier Akten (als Carpaccio, Ceviche, geräuchert und auch gegrillt), etwa Makrele, Wels oder Thunfisch.

Hier finden Sie eine Bestellmöglichkeit der mittelfruchtigen Gewinner


Siegeröle in der Kategorie leicht-fruchtig

1. Platz: Soc. Agr. Fonte di Foiano – 1979 Millenovecentosettantanove, Italien

Der Sieger der Kategorie leicht-fruchtig kommt von der Societa Agricola Fonte di Foiano aus Italien und heißt 1979. Auf italienisch Millenovecentosettantanove. Warum 1979? Die Zahl steht für das erste Jahr von Marina und Michele Di Gaetano, seit sie 1978 dem Mailänder Stadtleben den Rücken kehrten und bei Castagneto Carducci ihren ersten Olivenhain kauften. Und heute, vier Jahrzehnte, 25 Hektar Land mit 8000 Olivenbäumen und ein halbes Dutzend unserer Auszeichnungen später, heißt es für die Söhne Paolo und Simone wieder: Siegertreppchen, ganz oben! Das aktuelle „1979“ (Frantoio und Moraiolo) duftet – blühende Landschaften! – zart grasig, nach unreifen Tomaten, Artischocken und Rauke, am Gaumen belebend frisch, mit köstlichen Bitternoten und graziler Schärfe. Ideal zu einer Kalbsleber (ganz gleich ob alla Veneziana oder Berliner Art).

2. Platz: Paolo Cassini – Extremum Monocultivar Taggiasca Gran Cru Colabella, Italien

Auf gerade einmal sieben Hektar Land mit einem Höhenunterschied von 150 bis 550 Metern trotzt Familie Cassini der Natur hervorragende Oliven ab. Die ältesten Bäume in ihren Hainen stammen aus dem 13. Jahrhundert: Sie wurde von Benediktinermönchen gepflanzt, die damit die Güte und Fruchtbarkeit des Bodens prüfen wollten. Seit 1962 pflegen die Cassinis das mönchische Erbe, zuerst Großvater Jean, dann Giannino und heute Enkel Paolo. Das sortenreine Taggiasca-Öl duftet nach grünen wie reifen Mandeln („extrem elegant“ so der begeisterte Juror) und einem Apfel-Kräuter-Potpourri; am Gaumen noch unreife Banane, ein leicht adstringierendes Mandelbitter und feine, sehr distinkte Schärfe. Fisch, wir wollen Fisch! Zu gebeiztem Kabeljau, Wolfsbarsch in cartoccio und jeder nur denkbaren Ceviche-Variante.

3. Platz: Madonna Delle Vittorie – Garda Dop Trentino, Italien

Fiorindo Bonoras Cuvée aus Frantoio- und Casaliva-Oliven (Verhältnis etwa 9:1) die aus der „Nordkap“-Region, dem finis terrae möglichen Olivenanbaus stammt, lässt die Sehnsucht nach diesem Süden in uns noch stärker werden als sonst. Der anfänglich süßliche am Gaumen moderat bittere, angenehm pikante (die Schärfe setzt vergleichsweise spät ein) Stoff aus der Gegend um Arco am Gardasee, ist ein mandelgewordener Traum in Öl: – „Mandelmilch, flüssiges Marzipan – fantastisch!“ (O-Ton Verkostungsbogen). Dazu ein Hauch Zimt, eine Prise weißer Pfeffer und … noch mehr Mandel. Verleiht Flügel und verführt zu Geflügel. Und Pasta: Strozzapreti mit Enten-Sugo oder Paccheri mit Perlhuhn und säuerlich eingelegten Kirschen.

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